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Frühlingsabo Mittwoch

Mi 07.02.18
Bruckner+ Dutilleux

Sinfonieorchester Basel
Nicolas Altstaedt
, Violoncello
Mario Venzago, Leitung


Henri Dutilleux: Tout un monde lointain
Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 3 d-Moll, WAB 103, Wagner-Sinfonie, 3. Fassung


18.30 Uhr Konzerteinführung in der Allgemeinen Lesegesellschaft


Die Stiftung Sinfonieorchester Basel feiert ihr 20-jähriges Bestehen! Zum Jubiläum begrüßt 
sie einen ganz besonderen Ehrengast: Mario Venzago, der erste Chefdirigent in der neuen Trägerschaft kehrt nach fünfzehn Jahren an das SOB-Dirigentenpult zurück. Gemeinsam mit ihm und dem Cellisten Nicolas Altstaedt begibt sich das Orchester aber nicht nur auf eine Reise in die Vergangenheit. Das Cellokonzert Eine weit entfernte Welt schrieb Henri Dutilleux dem russischen Cellisten und Dirigenten Mstislaw Rostropowitsch 1970 auf den Leib. Mit Tout un monde lointain vertonte der Franzose seine ganz persönliche Auseinandersetzung mit der Dichtung seines Landsmanns Charles Baudelaire. Jedem der fünf stimmungsgeladenen musikalischen Sätze ist ein fragmentarischer Vers, ein poetisches Bild des französischen Lyrikers vorangestellt.

Auch Anton Bruckner ließ sich von einem Zeitgenossen inspirieren: Der Österreicher war zeitlebens ein begeisterter Wagnerianer. Seine 3. Sinfonie enthielt in ihrer Erstfassung nicht nur zahlreiche Wagner-Zitate, sondern war diesem auch gewidmet. Ihren Beinamen Wagner-Sinfonie trägt sie im Übrigen noch heute, obwohl Bruckner in zahlreichen Überarbeitungen und zwei weiteren Fassungen fast sämtliche Anklänge an sein Idol tilgte.

Die Uraufführung der Zweitfassung geriet zum folgenschweren Desaster. Bruckner sollte noch zwölf Jahre mit den Überarbeitungen beschäftigt sein. 


Mittwoch, 07. Februar 19:30
Basler Münster
Bruckner+ Dutilleux

Mi 18.04.18
Bruckner+ Haas

Sinfonieorchester Basel
Mike Svoboda
, Posaune
Michał Nesterowicz, Leitung


Georg Friedrich Haas: Konzert für Posaune und Orchester (Kompositionsauftrag mit freundlicher Unterstützung der Ernst von Siemens Musikstifung, Schweizer Erstaufführung)
Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 4 Es-Dur, WAB 104, Romantische


18.30 Uhr Konzerteinführung in der Allgemeinen Lesegesellschaft


Georg Friedrich Haas, der sich von Wien aus international an Konzert- und Opernhäusern mit einer fragilen wie klangsinnlichen Musik etabliert hat, schrieb für den Solisten Mike Svoboda ein Posaunenkonzert. Svoboda und Haas begegneten sich erstmals in der Musik-Akademie Basel. Seitdem arbeiten sie immer wieder zusammen. Das Posaunenkonzert entstand allerdings in Eigenregie des Komponisten und hinterfragt den gewohnten Aufbau eines Solokonzerts. So übernimmt die Solo-Posaune zwar eine tragende Rolle, nach virtuosen Passagen sucht man jedoch vergebens. Einerseits fasziniert und inspiriert von Svobodas Spiel, ließ Haas außerdem die Erinnerung an einen der Auftraggeber, den verstorbenen Armin Köhler, in das Werk einfließen. Köhler war langjähriger Intendant
der Donaueschinger Musiktage und ebenfalls Posaunist.

Als die Romantische bezeichnete Anton Bruckner seine bis heute beliebteste Sinfonie. Untermalt von programmatischen Ausführungen wie ‹Gesang der Kohlmeise›, ‹Lied› oder ‹Jagd›, wurde die Vierte aber vor allem in ihrer vereinfachten Zweitfassung bekannt und beliebt. Diese brachte Bruckner zudem den lange verwehrten Erfolg als Sinfoniker ein. Die Fassungsvielfalt zieht sich bekanntermaßen wie ein roter Faden durch Bruckners Schaffen. Den Erstversuch stellte der Komponist bereits im Jahr 1874 in finanziellem Notstand fertig. Als zu sperrig und anspruchsvoll von den zeitgenössischen Orchestern abgelehnt, wurde die Ursprungsfassung erst rund hundert Jahre später in Linz uraufgeführt. Und bei einer Überarbeitung sollte es nicht bleiben, denn Bruckner fertigte 1881 noch eine Drittfassung an. 


Mittwoch, 18. April 19:30
Basler Münster
Bruckner+ Haas

Mi 16.05.18
Alpensinfonie

Sinfonieorchester Basel
Midori
, Violine
Hans Drewanz, Leitung


Peter Eötvös: DoReMi, Konzert für Violine und Orchester Nr. 2
Richard Strauss: Eine Alpensinfonie, op. 64, TrV 233


18.30 Uhr Konzerteinführung im Foyer des Musical Theater Basel


Ob Vivaldis Vier Jahreszeiten oder Beethovens Pastorale, die Darstellung von Naturphänomenen hat Komponisten in der Musik schon immer gereizt. So auch Richard Strauss. Dieser unternimmt als Fünfzehnjähriger eine Wanderung in den Bayrischen Voralpen. Bereits in der Nacht zieht er los, um den Sonnenaufgang auf einem der Gipfel erleben zu können. Beim Abstieg gerät er jedoch in ein Gewitter und erreicht erst am Abend einen Bauernhof, in dem er übernachten kann. An einen Freund schreibt er: «Die Partie war bis zum höchsten Grade interessant, apart u. originell. Am nächsten Tage habe ich die ganze Partie auf dem Klavier dargestellt. Natürlich riesige Tonmalereien u. Schmarrn (nach Wagner). » Zunächst plante Strauss ein viersätziges Werk mit dem Titel
Der Antichrist, eine Alpensinfonie. Der Antichrist bezieht sich auf die gleichnamige Schrift des Basler Professors Friedrich Nietzsche, in der es heißt: «Man muss geübt sein, auf Bergen zu leben – das erbärmliche Zeitgeschwätz von Politik und Völker-Selbstsucht unter sich zu sehen.»

Für die Naturdarstellung nutzt Strauss eine große Orchesterbesetzung, die ein Fernorchester und eine raffnierte Instrumentation einschließt: Auch Kuhglocken, Windmaschine und Donnerblech kommen zum Einsatz.

Ums Wandern geht es im weitesten Sinne auch im Konzert für Violine und Orchester Nr. 2, DoReMi, das Péter Eötvös der Geigerin Midori gewidmet hat. Die bekannten Solmisationssilben Do, Re und Mi stellen für den ungarischen Komponisten nicht nur ein Wortspiel mit dem Namen der Solistin dar, sondern auch die musikalische Unterscheidung zwischen West und Ost. Westeuropäische Melodien enden in der Regel auf Do, während ost- europäische auf Mi enden. Eötvös komponierte ein Stück, dass sich zwischen diesen beiden Sphären bewegt. 


Mittwoch, 16. Mai 19:30
Musical Theater Basel
Alpensinfonie

Mi 06.06.18
Nachtigall

Sinfonieorchester Basel
Antoine Lederlin, Violoncello
Bertrand Chamayou, Klavier
Ivor Bolton, Leitung


Gabriel Fauré: Prélude zu Pénélope
Robert Schuman: Konzert für Klavier und Orchester a-Moll, op. 54
Igor Strawinsky: Chant funèbre (Trauerlied)
Gabriel Fauré: Elégie, op. 24
Igor Strawinsky: Le Chant du Rossignol (Der Gesang der Nachtigall)


18.30 Uhr Konzerteinführung im Foyer des Theater Basel


Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sorgten im Théâtre des Champs- Élysées in Paris die Ballets Russes mit ihren neuen musikalischen und tänzerischen Ausdrucksformen sowie ihrem Hang zu archaischen und exotischen Sujets für manchen Skandal. 
Igor Strawinsky komponierte
für sie nicht nur sein berühmtberüchtigtes Le Sacre du Printemps. Über die Uraufführung der kurzen Oper Le Chant du Rossignol (1914) nach dem gleichnamigen Märchen von Hans Christian Andersen bemerkte er allerdings: «Die Premiere war nur insofern kein Erfolg, als sie keinen Skandal hervorrief.»

Fast zur selben Zeit stand auch Gabriel Faurés Oper Pénélope auf dem Spielplan des Théâtre des Champs-Élysées. Fauré vertonte die letzten Gesänge von Homers Odyssee in einer Musiksprache, die ihren Platz zwischen Wagner, Debussy und Ravel findet. Nach zwanzigjähriger Abwesenheit kommen Ulysse und Pénélope endlich zusammen.

Auch das Märchen von der Nachtigall nimmt ein glückliches Ende. Obwohl der chinesische Kaiser die Schönheit und Kraft des natürlichen Gesangs verkennt, rettet ihn die Nachtigall mit ihren Liedern in letzter Minute vor dem Tod. Übrigens: Fauré galt unter seinen Zeitgenossen als der französische Robert Schumann. Dieses Urteil bezog sich nicht nur auf seine Kompositionen, sondern vor allem auf seine Interpretationen von Schumanns Klaviermusik. Aus aktuellem Anlass wird noch ein zweites bislang unbekanntes Werk seine Basler Erstaufführung erleben. 2016 wurde das Totenlied, das Strawinsky in Gedenken an seinen Lehrer Rimski-Korsakow geschrieben hat, in St. Petersburg wiederentdeckt. 


Mittwoch, 06. Juni 19:30
Theater Basel, Grosse Bühne
Nachtigall




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